Auf Einladung des Landesopferbeauftragten der Freien Hansestadt Bremen nahmen am 20. November 2025 mehr als 120 Gäste am Dritten Fachtag Opferschutz im Haus der Bürgerschaft teil. Dieses Jahr standen so genannte "Großschadenslagen" im Fokus.
Justizsenatorin Claudia Schilling betonte in ihrem Grußwort: "Großschadenslagen können jede und jeden betreffen. Sie sind Ereignisse, die große Gruppen von Menschen auf einmal treffen und schnell unübersichtlich sein können – eine zusätzliche Belastung für Opfer. Da ist umso mehr ein schneller Überblick, schnelle Hilfe, kompetente Unterstützung gefragt. Denken wir an Unfälle mit vielen Verletzten, denken wir an Terroranschläge oder an Amoktaten wie der Messer-Attacke im Hamburger Hauptbahnhof vom Mai dieses Jahres, bei der auch Bremerinnen und Bremen zu Schaden kamen, dann wird deutlich: Nicht nur diejenige oder derjenige im unmittelbaren Geschehen ist betroffen, sondern auch Menschen drum herum. Gerade bei Großschadensereignissen sind oft ganz viele Ersthelferinnen und Ersthelfer vor Ort. Menschen, die nach einer Tat zufällig zum Ort des Geschehens kommen oder herbeigerufen werden und viele mehr. Auch sie müssen wir in den Blick nehmen."
Am Samstag (8. November 2025) fand unter dem Motto "In dubio pro reo – Im Zweifel für den Angeklagten" der diesjährige Schöffentag Bremens und Niedersachsens statt. Zahlreiche Gäste waren ins Haus der Bürgerschaft in Bremen gekommen um Vorträge zu hören und sich in Arbeitsgruppen auszutauschen. Volker Talarowski, Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Bochum, erläuterte in seinem Eröffnungsvortrag das Grundprinzip bei der Urteilsfindung "in dubio pro reo" an anschaulichen Beispielen. Ausgerichtet wurde der Schöffentag vom Landesverband Niedersachsen / Bremen der Deutschen Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen (DVS), der zudem sein 20jähriges Bestehen feierte.
In ihren Grußworten betonten Justizsenatorin Claudia Schilling, Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer, die Vorsitzende des DVS Niedersachsen / Bremen Anita Schröder-Klein und Sebastian Neutze, Referatsleiter im Niedersächsischen Justizministerium, die Wichtigkeit der Schöffinnen und Schöffen für den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat.
Justizsenatorin Claudia Schilling: "Über das rege Interesse am diesjährigen Schöffentag freue ich mich sehr. Die Veranstaltung im Parlamentsgebäude Bremens stattfinden zu lassen, ist symbolträchtig, denn unser freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat steht massiv unter Druck. Feinde der Demokratie können aber nicht nur von Politikerinnen und Politikern bekämpft werden. Für den Erhalt unserer Demokratie müssen Bürgerinnen und Bürger ebenso einstehen und das tun die ehrenamtlich tätigen Schöffinnen und Schöffen durch ihre wichtige Arbeit für den Rechtsstaat in besonderem Maße. Sie erfüllen eine wichtige Funktion und urteilen gemeinsam und gleichberechtigt mit den Berufsrichterinnen und Berufsrichtern 'Im Namen des Volkes'. Als ehrenamtliche Richterinnen und Richter sind Schöffinnen und Schöffen gefordert, ihre eigene Lebens- und Berufserfahrung mit einzubringen, um dafür zu sorgen, dass ein Lebenssachverhalt nicht nur aus dem juristischen Blickwinkel betrachtet wird. Ich bin dankbar, dass wir in Bremen und Bremerhaven nach wie vor ein reges Interesse an diesem Ehrenamt haben."
Die Justizbehörde erreichen immer wieder Fragen dazu, wie und bei wem Strafanzeigen erstattet werden können. Bei der Justizbehörde können keine Anzeigen erstattet werden.
Eine Anzeige können Sie mündlich, schriftlich oder über Rechtsanwält:innen erstatten. Um eine Strafanzeige zu erstatten, können Sie sich an eine Polizeibehörde, an eine Staatsanwaltschaft oder ein Amtsgericht wenden.
Alle Informationen zu dem Thema finden Sie bei der Staatsanwaltschaft Bremen.
Die Senatorin für Justiz und Verfassung ist seit Ende 2024 auf Bluesky und nicht mehr auf X (ehemals Twitter) unterwegs. Bei X werden zunehmend Fake News verbreitet und Hass und Hetze auf der Plattform nehmen weiter zu. Daher ist das Justizressort aus- und umgestiegen.
Der Stadtführer barrierefreies Bremen ist eine Datenbank für Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie liefert verlässliche Daten zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit vieler Einrichtungen in Bremen. Auch unsere Dienststellen der Justiz sind dort zu finden. Schauen Sie doch einmal vorbei und finden Sie Informationen zu Eingängen, Haltestellen, Aufzügen, Toiletten und vielem mehr.